Gartenprofi Wuttig - Den Winter nutzen

 

Ein Garten für jede Jahreszeit
Der Winter ist ideal, um in Ruhe neue Gartenideen zu sammeln – gemütlich vom Sofa aus und gut mit entsprechender Literatur versorgt. Gartenbücher und Pflanzenkataloge bieten vielfältige Anregungen und helfen beim Entdecken schöner oder außergewöhnlicher Pflanzen. So ausgestattet, können bei der Rückschau auf die vergangene Gartensaison oder mit Blick auf das kommende Gartenjahr gut Pläne geschmiedet werden und langgehegte Wünsche an Kontur gewinnen. Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt, um sich dabei von einem Landschaftsgärtner beraten zu lassen, bevor die Gartensaison wieder beginnt und damit die Zeit der Pflanz- und Pflegearbeiten. Die Experten aus dem Garten- und Landschaftsbau wissen, was alles machbar ist und wie sich der Garten so gestalten lässt, dass er das ganze Jahr über interessant bleibt und neue Eindrücke bietet.

 

Winter

 

Gute Planung für den Winter lohnt sich
Der Winter ist oft das Stiefkind in der Gartengestaltung. Viele Gartenliebhaber genießen die Saison vom Frühling bis in den Herbst ausgiebig, denn das ist die Zeit, in der im Garten am meisten zu tun und viel zu erleben ist. Ein fachmännisch gestalteter Garten ist aber auch im Winter interessant. Es ist schade, wenn der Garten nach dem Herbst in einen monatelangen Dornröschenschlaf fällt. Die Planung für einen „Ganzjahresgarten“ beginnt schon damit, dass Pflanzen, die im Winter besonders interessant sind, möglichst nah ans Haus gepflanzt werden, so dass man sie auch von drinnen gut sehen kann. Im Vorgarten an der richtigen Stelle gepflanzt, sieht man sie jeden Tag auf dem Weg zum Haus. Vor allem mit Licht wird der Garten im Winter interessanter: Eine gute Beleuchtung bietet in der dunklen Jahreszeit nicht nur mehr Sicherheit, die Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau können zum Beispiel mit Strahlern besonders markant gewachsene Pflanzen hervorheben oder mit der gezielten Platzierung von LED-Leuchten eine schöne Stimmung im Garten schaffen.

 

Den Frühling feiern
Wenn der Winter zu Ende ist, zeigt sich der Garten wieder in frischem Grün und mit einer Fülle leuchtender Farben. Mit besonders früh blühenden Gehölzen wie Zaubernuss oder Kornelkirsche und mit Frühstartern aus dem Reich der Stauden und Blumenzwiebeln beginnt die Gartensaison schon eher. Der Frühling ist Pflanzzeit und dann kann der Garten gut mit Gehölzen ergänzt werden, die mehrmals im Jahr zur Höchstform auflaufen oder den Garten sogar das ganze Jahr über bereichern. Gehölze für alle vier Jahreszeiten sind zum Beispiel immergrüne Stechpalmen (Ilex) oder Bäume, die nach dem herbstlichen Laubfall wegen der auffallenden Rinde interessant sind, wie manche Birken- und Ahornarten. Der traditionelle Begleiter durch das ganze Gartenjahr ist ein Hausbaum, der auch dazu beiträgt, dem Haus eine individuelle Note zu verleihen. Wer keine Zeit verlieren möchte, pflanzt am besten einen schon möglichst großen Baum. Landschaftsgärtner haben die entsprechende technische Ausstattung, um große und schwere Gehölze zu pflanzen. Beim Blick auf die kommende Gartensaison lohnt es sich auch, an die „Hardware“ des Gartens zu denken, wie beispielsweise eine Pergola oder eine Terrasse. Ein schöner Sitzplatz im Grünen bietet mehr Möglichkeiten, den Garten zu nutzen. Mit einem soliden Fundament wird verhindert, dass Platten oder Steine der Terrasse absacken. Auch ein Teich oder ein formal gestaltetes Wasserbecken sind eine Bereicherung, denn Wasser bringt Leben und Abwechslung in den Garten. Wenn Platz knapp ist, ist ein Brunnen oder ein Quellstein eine schöne Alternative.

 

Den Sommer genießen
Beim vorausschauenden Blick auf den Sommer spielt das große Thema Wasser ebenfalls eine Rolle. Eine automatische Bewässerung mit gut aufeinander abgestimmten Komponenten spart Zeit und macht es leichter, im Sommer spontan in einen Kurzurlaub zu starten. Sie kann auch dazu beitragen, Wasser zu sparen, weil so sehr gezielt und – mit Hilfe von Regensensoren – genau nach Bedarf bewässert werden kann. Professionell verlegt, stört sie auch nicht, denn sie kann so installiert werden, dass sie kaum sichtbar ist, zum Beispiel durch die Verwendung versenkbarer Regner im Rasen und unterirdisch verlaufender Zuleitungen.

 

Im Herbst aus dem Vollen schöpfen
Im Herbst spielen Bäume und Sträucher mit goldgelb bis flammend rot gefärbten Blättern sowie Gehölze mit auffallendem Fruchtschmuck wie Ebereschen, Schönfrucht oder Torfmyrten eine wichtige Rolle. Außerdem gibt es auch einige spät blühende Pflanzen wie Herbstastern und viele Heidesorten, die dann Farbe in den Garten bringen. Obstgehölze gehören ebenfalls zum Herbst dazu. Obst aus dem eigenen Garten liegt im Trend. Frischer geht es nicht und es gibt eine immer größere Vielfalt an Arten und Sorten. Im Garten können auch Früchte geerntet werden, die im Handel nicht oder nur selten erhältlich sind. Selbst wer wenig Platz hat, kann Obstbäume pflanzen, denn es gibt Sorten, die sehr schlank bleiben, die sogenannten Säulenobstbäume. Spalierobst benötigt ebenfalls nur wenig Raum, zum Beispiel, wenn es an der Hauswand wächst. So bietet auch ein kleiner Garten besondere Geschmackserlebnisse.

Wer die kalte Jahreszeit zur Planung des Gartenjahres nutzt, kann sich umso mehr auf den Beginn der Gartensaison freuen. Dann werden mit der Umsetzung der im Winter entwickelten Ideen und dem Pflanzen neuer Gehölze und Stauden die besten Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Garten das ganze Jahr über Freude bereitet.

 

Wasser

 

Den Garten winterfit gießen – aktueller Hinweis

 

Regenmangel kompensieren
Grundsätzlich sind alle Pflanzen von dem extrem trockenen Herbst betroffen. Unter der geringen Niederschlagsmenge leiden aber in besonderer Weise immergrüne Gehölze wie beispielsweise Bambus, Rhododendren, Kirschlorbeer, Azaleen, Buchsbäume aber auch Lebensbäume und andere Nadelgehölze. Letztere betreiben den ganzen Winter über Photosynthese und benötigen dazu Wasser – im Gegensatz zu den mittlerweile kahlen Laubgehölzen.
Damit die Pflanzen gut über den Winter kommen, sollten Gartenbesitzer bei anhaltender Trockenheit kleinere Sträucher mindestens einmal pro Woche mit einer Menge von etwa 20 Litern Wasser gießen. Größere Exemplare benötigen leicht ein Vielfaches. Ein besonderes Augenmerk gilt derzeit auch den Kübelpflanzen. Gartenbesitzer tun gut daran, mehrmals wöchentlich zu fühlen, ob die Erde im Topf noch feucht ist und entsprechend zu gießen.

 

Frost bring neue Probleme
Sobald es friert, kommen auf die Immergrünen neue Probleme zu. Ist der Boden gefroren, können die Pflanzen kein Wasser aufnehmen, während sie durch Verdunstung weiterhin Wasser abgeben. Verstärkt wird dieser Effekt zusätzlich noch durch Sonnenschein und Wind. Besonders problematisch wird es, wenn Frostperioden länger als drei bis vier Wochen andauern, denn dann braucht der Boden anschließend umso länger, bis er wieder auftaut. Erst nach ein bis zwei Wochen können die Pflanzen dann mit ihren Wurzeln wieder Wasser aufnehmen.
Darum sollten Gartenbesitzer an frostfreien Tagen alle Immergrünen ausgiebig wässern. Zusätzlich kann man die Pflanzen mit Vliesen, Leinengeweben oder Strohmatten vor Wind und Wintersonne schützen und so die Verdunstung reduzieren.

 

Planung

 

Wer seine Pflanzen ausreichend mit Wasser versorgt und gegen Wintersonne und Wind geschützt hat, kann sich auch im nächsten Jahr wieder an ihnen erfreuen, denn die meisten Pflanzen, die im Winter eingehen, sind nicht erfroren, sondern vertrocknet